Ich arbeite als LeihangestellteR
Ich arbeite als LeihangestellteR

„Obwohl ich schon seit 7 Jahren im gleichen Unternehmen arbeite, gehöre ich trotzdem nicht dazu.“

Leiharbeit gehört zu den aktuell am stärksten wachsenden atypischen Beschäftigungsformen. Leihangestellte werden von Personalleasing-Agenturen an die Betriebe, bei denen sie tatsächlich arbeiten, über Tage oder auch Jahre vermietet. Werden sie nicht mehr gebraucht, werden sie einfach an einen anderen Betrieb weitervermietet.

Manche Unternehmen wie Amazon nützen diesen Umstand schamlos aus, um Beschäftigte unter Druck zu setzen. So sind von mehr als 150 Beschäftigten bei Amazon in Großebersdorf nur 16 direkt bei Amazon beschäftigt, alle anderen 134 Beschäftigten sind Leiharbeitskräfte. Lies hier mehr dazu, welche Rechte du als LeihangestellteR hast und was wir für dich tun, damit du gut gewappnet bist!

Leiharbeit wird in Österreich durch das „Arbeitskräfteüberlassungsgesetz“ reglementiert. Das ist gut, denn im Gegensatz zu anderen Ländern dürfen Leihangestellte bei uns gegenüber ihren fix angestellten KollegInnen nicht benachteiligt werden. Wenn Leihangestellte gerade nicht überlassen werden, also sogenannte „Stehzeiten“ haben, dann gilt für sie der Kollektivvertrag „Allgemeines Gewerbe„. Für ArbeiterInnen gilt der Kollektivvertrag für “Arbeitskräfteüberlasser”. Nach diesem richten sich ihr Gehalt, ihre Arbeitszeit und alle weiteren Ansprüche.

Während sie jedoch gerade überlassen werden, also von einer Firma „gemietet“ werden, muss für sie das gleiche gelten, wie für die fix angestellten KollegInnen. Was bedeutet das konkret?

Wenn du als LeihangestellteR von einer Personalleasingfirma an eine andere Firma überlassen wirst,…

  • dann gilt während der Überlassung der jeweilig gültige Kollektivvertrag des Betriebes, in dem gearbeitet wird.
    Das Mindestgrundgehalt im Betrieb, in dem gearbeitet wird, darf allerdings nicht niedriger sein als nach dem Grundgehalt des Kollektivvertrages „Allgemeines Gewerbe“!
  • dann ergibt sich auch die Höhe des Mindestgehalts aus der Einstufung und der Verwendungsgruppe im jeweiligen Kollektivvertrag des Betriebes, in dem gearbeitet wird. Mindestgehaltserhöhungen und Einmalzahlungen, die durch die jährlichen Kollekitvvertragsverhandlungen erzielt werden, gelten auch für Zeitarbeitskräfte.

Für dich als LeihangestellteR gilt, während du überlassen wirst,…

  • eine Besserstellung durch den Kollektivvertrag des Betriebes, in dem gearbeitet wird (z.B. 38,5 Stunden statt 40 Stunden gesetzliche Normalarbeitszeit). Auch Gleitzeitmodelle, die sich im Kollektivvertrag finden, gelten für dich.
  • die wöchentliche Normalarbeitszeit im Betrieb. Wenn in deinem Arbeitsvertrag mit der Personalleasingfirma jedoch eine kürzere Arbeitszeit vereinbart wurde (z.B. 38,5 Stunden/Woche), dann gilt die kürzere Arbeitszeit für dich!
  • auch ein arbeitsfreier Tag unter Entgeltfortzahlung, wenn er im Kollektivvertrag geregelt ist.

Antworten auf die wichtigsten Fragen

  • Grundsätzlich kommen alle DienstnehmerInnen für Kurzarbeit, egal ob Teilzeit, befristet oder als Leiharbeitskraft beschäftigt in Frage.
  • Mitglieder des geschäftsführenden Organs sind förderbar, wenn sie ASVG-versichert sind.
  • Lehrlinge sind förderbar.
  • Freie DienstnehmerInnen sind förderbar, wenn eine monatliche Normalarbeitszeit dargestellt werden kann.

Nur geringfügig Beschäftigte, Beamte, Ein-Personen-UnternehmerInnen und Gesellschafter-Geschäftsführer sind nicht von den Kurzarbeitsregelungen umfasst.

Durch die Kurzarbeit kann deine Arbeitszeit auf bis zu null Stunden verringert werden und trotzdem bekommst du dafür 80 bis 90 Prozent deines ganzen Gehalts weiterbezahlt.

Hier findest du die wichtigsten Informationen zur Kurzarbeit!

Wenn durch deine Arbeit keine überdurchschnittlich hohe Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung entsteht, weil du beispielsweise keinen Kontakt mit KundInnen/ KlientInnen oder PatientInnen hast, ist dein Arbeitgeber noch dazu berechtigt, dir das Tragen von Schutzmaske zu untersagen.

Das kann hängt aber noch von der jeweiligen Gefahrenlage und Branche ab und muss daher im Einzelfall beurteilt werden. Zudem hat die Regierung breite Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und in Betrieben Aussicht gestellt.

Dein Arbeitgeber muss zweckmäßige Schutzmaßnahmen zu treffen, um eine Ansteckung der Beschäftigten bestmöglich verhindern. Neben einer leicht zugänglichen Möglichkeit zur Desinfektion zählen hierzu Hygieneempfehlungen für die Beschäftigten und eine allfällige Gefahren mitbedenkende Planung von Dienstreisen.

Die Verpflichtung, Schutzmasken bereitzustellen, trifft den Arbeitgeber nur in Sonderfällen, beispielsweise bei der Arbeit in Krankenhäusern oder bei Dienstreisen in Risikogebiete.

Erzähl uns von dir!

Wir interessieren uns für dich und wollen wissen, wie es dir geht! Hier kannst du uns von deinen Arbeitserfahrungen berichten und uns mitteilen, was du von uns brauchst oder dir wünscht. 

Natürlich sind alle deine Informationen bei uns sicher und werden streng vertraulich behandelt. Wenn du uns deine E-Mail-Adresse hinterlässt, melden wir uns auch gerne bei dir, um dich zu unterstützen. 

Deine Antworten auf unsere Fragen helfen uns außerdem dabei, unsere Arbeit besser zu machen und genau nach den Bedürfnissen der Beschäftigten auszurichten. Danke, dass du dir Zeit dafür nimmst!


Hier ausfüllen

Ich bin seit weniger als zwei Jahren LeihangestellteRIch bin seit weniger als vier Jahren LeihangestellteRIch bin seit weniger als sechs Jahren LeihangestellteRIch bin seit weniger als zehn Jahren LeihangestellteRIch bin seit über zehn Jahren LeihangestellteRBei meinem Arbeitskräfteüberlasser gibt es einen BetriebsratBei meinem Beschäftigerbetrieb gibt es einen BetriebsratBei meinem Beschäftigerbetrieb gibt es einen BetriebsratIch fühle mich durch den Betriebsrat vertretenIch kenne den Sozial- und WeiterbildungsfondsIch habe schon Leistungen des Sozial- und Weiterbildungsfonds bezogenIch werde gleich behandelt wie meine KollegInnenIch werde schlechter bezahlt als meine KollegInnenIch werde besser bezahlt als meine KollegInnenIch muss mehr leisten als meine KollegInnenMir wurde eine spätere Übernahme bei meinem Beschäftigerbetrieb in Aussicht gestellt


Hier findest du Hilfestellungen, notwendige Informationen und Unterstützungsangebote von uns! Klick dich durch unsere Tipps, damit du gegen häufige Stolpersteine gut gewappnet bist.

Mach einen Lohnsteuerausgleich!

Wer über das Jahr gerechnet weniger als 12.600 Euro verdient, ist nicht lohnsteuerpflichtig. Wurde dennoch Lohnsteuer abgezogen, kannst du dir diese mit der ArbeitnehmerInnenveranlagung zurückholen!

Unterschreibe keinesfalls eine Verzichtserklärung!

Bitte achte bei allem was du unterschreibst immer auch auf das Kleingedruckte. Dort werden gerne Verzichtserklärungen versteckt. Du könntest dadurch Ansprüche verlieren, die dir zustehen!

Kontrolliere deine Lohnabrechung!

Alle Beschäftigten müssen eine Lohnabrechnung erhalten! Wenn dir zu wenig bezahlt wurde (z.B. Überstunden oder Urlaubsersatzleistung), solltest du deinen Arbeitgeber sofort per Einschreiben zu einer Nachzahlung auffordern. Wenn du zu lange damit wartest, dann kannst auf Grund von Verfallsbestimmung Geld verlieren. Wir helfen dir auch gerne dabei.

Mach was!

Die Wirtschaftsuniversität Wien führt eine Umfrage über Belastungen im (Berufs)Alltag aufgrund der Corona-Krise durch. Bitte nehmt euch Zeit für die ...
Weiterlesen …
Du arbeitest in keinem "normalen Arbeitsverhältnis"? Du hast also keinen unbefristeten 40-Stunden-Job? Dann beantworte bitte unsere Fragen zu deinen Arbeitsbedingungen! ...
Weiterlesen …
Die IG Flex ist für alle da und nur zusammen sind wir stark. Auch deine Mitgliedschaft zählt, denn umso mehr ...
Weiterlesen …
Damit wollen wir dich über Aktuelles informieren, das dir nicht entgehen sollte, dich zu Veranstaltungen einladen und über die Arbeit ...
Weiterlesen …
Gewerkschaftsmitglied zu sein, lohnt sich! Wir verhandeln dein Gehalt, wir beraten & vertreten dich, wenn du Hilfe brauchst, wir setzen ...
Weiterlesen …

Im Dezember 2019 gab es in Österreich erstmals knapp über 90.000 Leiharbeitskräfte. Ihre Anzahl hat sich innerhalb der letzten 30 Jahre mehr als verzehnfacht, Tendenz weiter steigend. Wir fordern daher:

  • Dass auch Leiharbeitskräfte sämtliche Vorteile der Festangestellten bekommen müssen! Das gilt auch Prämien & Gratifikationen.
  • Eine Jährliche Gehaltserhöhung inklusive IST-Gehaltserhöhungen laut Kollektivvertrag!
  • Eine gesetzliche Obergrenze für den Anteil an überlassenen Arbeitskräften im Unternehmen in einem ersten Schritt auf maximal 50% & in weiterer Folge auf 10% der gesamten Belegschaft!
  • Dass auf Wunsch von Leiharbeitskräften nach einer 12-monatigen Überlassungsdauer eine Übernahme in den Beschäftiger-Betrieb erfolgen soll!
Ich möchte informiert bleiben

Bitte fülle alle Pflichtfelder aus!


Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.
Abonniere unseren Newsletter

Bitte fülle alle Pflichtfelder aus!

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.
Ich möchte informiert bleiben

Bitte fülle alle Pflichtfelder aus!


Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.