Ich arbeite geringfügig
Ich arbeite geringfügig

„Auch ich will vor Arbeitslosigkeit geschützt sein und später mal eine ordentliche Pension bekommen, von der ich leben kann.“

Arian arbeitet neben seinem Studium geringfügig in einem Büro. Als Sekretär geht er den KollegInnen dort zweimal pro Woche jeweils einen halben Tag zur Hand. Weil er als Student noch bei seinen Eltern mitversichert ist und er Studienbeihilfe bezieht, geht sich das für ihn gut aus. Im letzten Jahr erfuhr er nach einem sechsmonatigen Praktikum allerdings eine böse Überraschung: Weil sein Jahreseinkommen durch das Praktikum die jährliche Geringfüfigkeitsgrenze überschritt, musste er für ein halbes Jahr Sozialversicherungsbeiträge nachbezahlen. Danach waren Dreiviertel seiner Jahresersparnisse dahin.

Er hat jetzt zwar nach seinem Studienabschluss zumindest Anspruch auf Arbeitslosengeld während der Jobsuche, aber bitter war es für ihn trotzdem. Hätte er gewusst, dass er und nicht das Unternehmen, bei dem er sein Praktikum absolviert, die Versicherungsbeiträge nachzahlen muss, hätte er sich darauf nicht eingelassen. Lies hier mehr dazu, worauf du bei einem geringfügigen Arbeitsverhältnis achten musst, damit dir so etwas nicht passieren kann!

Geringfügig beschäftigt bist du, sobald du regelmäßig in einem geringen Ausmaß, beispielsweise für einen Monat oder für unbestimmte Zeit arbeitest. Du darfst dabei aber nicht mehr als die Geringfügigkeitsgrenze von 460,66 Euro im Kalendermonat verdienen. Sobald deine Bezahlung höher ist, musst du von deinem Arbeitgeber vollversichert werden. Sonderzahlungen wie dein Urlaubs- und Weihnachtsgeld, auf die du natürlich so wie alle anderen Beschäftigten auch Anspruch hast, werden nicht in die Geringfügigkeitsgrenze miteinberechnet.

Auch, wenn du geringfügig arbeitest, hast du Anspruch auf…

  • …bezahlten Urlaub
  • …Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
  • …Pflegefreistellung
  • …eine Abfertigung
  • …Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Auch, wenn du geringfügig arbeitest, gilt für dich…

  • …der Kollektivvertrag, dem der Betrieb, in dem du arbeitest, unterliegt.
  • …bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber eine Kündigungsfrist von zumindest 6 Wochen.
  • …dass der Arbeitgeber eine Kündigungsentschädigung bezahlen muss, wenn er sich nicht an die Kündigungsfrist hält. Die Höhe der Entschädigung muss dem entsprechen, was du innerhalb der Kündigungsfrist verdient hättest.
  • …bei einer von dir gewollten Kündigung eine Kündigungsfrist von mindestens ein Monat. Wenn du diese Frist nicht einhältst, verlierst du unter anderem deinen Anspruch auf die Auszahlung deiner offenen Urlaubansprüche.
  • …ein Feiertagsentgelt in Höhe der Bezahlung, die du erhalten hättest, wenn du an diesem Tag gearbeitet hättest.

Als geringfügig BeschäftigteR musst du bei deiner Arbeitszeit darauf achten…

  • …dass das Ausmaß und die Lage deiner Arbeitszeit im Vorfeld mit deinem Arbeitgeber schriftlich vereinbart werden muss.
  • …dass die Arbeitszeit später nicht mehr einseitig abgeändert werden kann.
  • …dass eine spätere beidseitig gewollte Änderung der Arbeitszeit auch schriftlich festgehalten werden muss.

Als geringfügig BeschäftigteR musst du bei deiner Sozialversicherung darauf achten…

  • …dass du von deinem Arbeitgeber nicht kranken-, arbeitslosen- und pensionsversichert werden musst!
  • dass du jedenfalls unfallversichert werden musst!
  • …dass du, sobald du mehr als die Geringfügigkeitsgrenze von 460,66 Euro im Kalendermonat verdienst, verpflichtend voll sozialversichert werden musst!
  • …dass für die Berechnung der Höhe deiner Sozialversicherungsabgaben Einkommen aus mehreren Jobs zu­sammen­ge­rech­net werden!
  • …dass du beim Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze durch die Zu­sammen­rechnung von mehreren Jobs nicht nur vollversichert bist, sondern auch die Sozialversicherungsbeiträge dafür selbst nachzahlen musst! Wie das genau abläuft, kannst du hier nachlesen.
  • …dass du nie gegen Arbeitslosigkeit versichert bist, auch nicht bei einer freiwilligen Selbstversicherung oder Mitversicherung bei Angehörigen!
  • …dass du dich selbst kranken- und pensionsversichern kannst. Mehr dazu kannst du hier nachlesen.

Antworten auf die wichtigsten Fragen

  • Grundsätzlich kommen alle DienstnehmerInnen für Kurzarbeit, egal ob Teilzeit, befristet oder als Leiharbeitskraft beschäftigt in Frage.
  • Mitglieder des geschäftsführenden Organs sind förderbar, wenn sie ASVG-versichert sind.
  • Lehrlinge sind förderbar.
  • Freie DienstnehmerInnen sind förderbar, wenn eine monatliche Normalarbeitszeit dargestellt werden kann.

Nur geringfügig Beschäftigte, Beamte, Ein-Personen-UnternehmerInnen und Gesellschafter-Geschäftsführer sind nicht von den Kurzarbeitsregelungen umfasst.

Durch die Kurzarbeit kann deine Arbeitszeit auf bis zu null Stunden verringert werden und trotzdem bekommst du dafür 80 bis 90 Prozent deines ganzen Gehalts weiterbezahlt.

Hier findest du die wichtigsten Informationen zur Kurzarbeit!

Wenn durch deine Arbeit keine überdurchschnittlich hohe Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung entsteht, weil du beispielsweise keinen Kontakt mit KundInnen/ KlientInnen oder PatientInnen hast, ist dein Arbeitgeber noch dazu berechtigt, dir das Tragen von Schutzmaske zu untersagen.

Das kann hängt aber noch von der jeweiligen Gefahrenlage und Branche ab und muss daher im Einzelfall beurteilt werden. Zudem hat die Regierung breite Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und in Betrieben Aussicht gestellt.

Dein Arbeitgeber muss zweckmäßige Schutzmaßnahmen zu treffen, um eine Ansteckung der Beschäftigten bestmöglich verhindern. Neben einer leicht zugänglichen Möglichkeit zur Desinfektion zählen hierzu Hygieneempfehlungen für die Beschäftigten und eine allfällige Gefahren mitbedenkende Planung von Dienstreisen.

Die Verpflichtung, Schutzmasken bereitzustellen, trifft den Arbeitgeber nur in Sonderfällen, beispielsweise bei der Arbeit in Krankenhäusern oder bei Dienstreisen in Risikogebiete.

Erzähl uns von dir!

Wir interessieren uns für dich und wollen wissen, wie es dir geht! Hier kannst du uns von deinen Arbeitserfahrungen berichten und uns mitteilen, was du von uns brauchst oder dir wünscht. 

Natürlich sind alle deine Informationen bei uns sicher und werden streng vertraulich behandelt. Wenn du uns deine E-Mail-Adresse hinterlässt, melden wir uns auch gerne bei dir, um dich zu unterstützen. 

Deine Antworten auf unsere Fragen helfen uns außerdem dabei, unsere Arbeit besser zu machen und genau nach den Bedürfnissen der Beschäftigten auszurichten. Danke, dass du dir Zeit dafür nimmst!


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Hier findest du Hilfestellungen, notwendige Informationen und Unterstützungsangebote von uns! Klick dich durch unsere Tipps, damit du gegen häufige Stolpersteine gut gewappnet bist.

Mach einen Lohnsteuerausgleich!

Wer über das Jahr gerechnet weniger als 12.600 Euro verdient, ist nicht lohnsteuerpflichtig. Wurde dennoch Lohnsteuer abgezogen, kannst du dir diese mit der ArbeitnehmerInnenveranlagung zurückholen!

Unterschreibe keinesfalls eine Verzichtserklärung!

Bitte achte bei allem was du unterschreibst immer auch auf das Kleingedruckte. Dort werden gerne Verzichtserklärungen versteckt. Du könntest dadurch Ansprüche verlieren, die dir zustehen!

Kontrolliere deine Lohnabrechung!

Alle Beschäftigten müssen eine Lohnabrechnung erhalten! Wenn dir zu wenig bezahlt wurde (z.B. Überstunden oder Urlaubsersatzleistung), solltest du deinen Arbeitgeber sofort per Einschreiben zu einer Nachzahlung auffordern. Wenn du zu lange damit wartest, dann kannst auf Grund von Verfallsbestimmung Geld verlieren. Wir helfen dir auch gerne dabei.

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